Geschichte
Die Ruine des dreistöckigen Bergfrieds auf dem Drachenfels ist das Wahrzeichen des Siebengebirges. Die Burganlage wurde nach 1138 vom Kölner Erzbischof Arnold begonnen und etwa 1167 fertig gestellt. Außer dem Bergfried bestand die Burg ursprünglich aus Palas, Kapelle und Dienstbotenwohnungen. Sie diente zur Absicherung des Kölner Gebietes nach Süden hin.
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Burg im Jahre 1634 vom Kurfürsten von Köln geschleift und anschließend nicht mehr aufgebaut. Vom Palas ist nur noch ein Mauerstück mit Fensteröffnung („Kölner Fenster“) erhalten. Einer der letzten der Linie der Burggrafen vom Drachenfels starb 1530. Graf Heinrich wurde in der Klosterkirche von Heisterbach in der dortigen Familiengruft beerdigt. Sein Grabstein wurde bei der Zerstörung des Klosters Heisterbach gerettet und ist heute an der ab 1903 erbauten Kirche St. Mariä Heimsuchung in Rhöndorf zu sehen.
Damals wie heute gibt es wenige Familien, die den Namen von Drachenfels so wie das Adelsgeschlecht weiterführen.
Drachensage
Über den Drachen existieren mehrere Sagenversionen, die inhaltlich in einem Punkt übereinstimmen: Auf dem Drachenfels lebte einst ein solches Untier in einer Höhle und holte sich von Zeit zu Zeit einen Menschen zum Mahl.
Die weiteren Schilderungen unterscheiden sich vor allem hinsichtlich der Form, wie man den Drachen aus seiner Höhle vertrieb oder ihn tötete:
- Siegfried, der Held aus der Nibelungensage, soll auf dem Weg nach Worms den Drachen getötet und durch ein Bad in dessen Blut Unverwundbarkeit erlangt haben. Steinerne Skulpturen in der Nibelungenhalle erinnern heute noch an dieses Ereignis.
- Eine zweite Fassung berichtet von der regelmäßigen Fütterung des Drachens mit Gefangenen. Eines Tages sei eine junge Christin dem Drachen als Opfer dargebracht worden. In ihrer Todesangst habe sie dem Drachen ein kleines Kreuz entgegengehalten. Daraufhin sei der Drache in den Rhein gesprungen und seitdem nicht mehr gesehen worden.
- Nach einer eher technisch ausgerichteten Version hat der Drache eines Tages auf dem Rhein ein mit Schießpulver beladenes Schiff angefallen und mit seinem feurigen Atem die Ladung zur Explosion gebracht. Dabei sei sowohl das Schiff vernichtet als auch der Drache getötet worden.
Unterschutzstellung
Zwar kaufte die Preußische Regierung 1836 den Steinbruch Drachenfels, um ihn sofort stillzulegen und so die Silhouette des Berges als Naturschönheit zu sichern. Damit ersparte sie dem Berg samt seiner malerischen Burgruine das Schicksal als Steinbruch für den Weiterbau des Kölner Doms. Für diesen Teil des Bergs samt Burgruine wurden 10.000 Taler gezahlt.
Im Jahr 1869 gründete sich der Verschönerungsverein Siebengebirge mit dem Ziel, das Areal gänzlich zu erschließen. Der Verein gründete 1880 mit Genehmigung des Kaisers eine staatliche Lotterie, aus deren Einnahmen alle anderen Steinbrüche aufgekauft wurden, um so zu verhindern, das mit dem weiteren Abbau der Steine der Berg verschwindet.
Die rechtliche Grundlage für ein Naturschutzgebiet wurde aber erst 1922 mit einer entsprechenden Polizeiverordnung gelegt. Seit 1956 firmiert es als Naturpark.


